Wer ist der Träger des Wohnheims?

Das Wohnheim wird getragen vom Verein „Studentenwohnheim Emanuel von Ketteler e.V.“. Dieser Verein wurde in den sechziger Jahren gegründet mit dem Ziel, ein Studentenwohnheim in Darmstadt zu bauen und zu tragen. Die Gründungsmitglieder des Vereins sind katholische Akademiker aus Darmstadt, die alle Mitglied im Bund Neudeutschland (ND) sind.

Was ist der ND?

Auszug aus dem Hirschbergprogramm -- Würzburger Fassung 1994

Der Bund Neudeutschland (ND) versteht sich als Lebensgemeinschaft engagierter Christinnen und Christen. Er wurde nach dem Ersten Weltkrieg als katholischer Schülerverband gegründet. Ausgerichtet auf Christus und beeinflusst von den Ideen der Jugendbewegung, gab er sich 1923 auf Schloss Hirschberg sein Programm. Der Bund wurde von den Nationalsozialisten verfolgt und verboten. Einzelne Gruppen leisteten aktiven Widerstand. Nach dem Krieg wurde der Bund neu gegründet und bekannte sich zur kirchlichen Erneuerung. Kennzeichnend für die Mitglieder des Bundes war und ist die Bereitschaft, Kirche, Politik und Gesellschaft mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen.

  • Der Bund Neudeutschland (ND) gliedert sich in:
  • Katholische Studierende Jugend (Schüler- und Studentengemeinschaft) (KSJ - ND)
  • Gemeinschaft katholischer Männer und Frauen (KMF)

Anmerkung: Der ND ist eine Gemeinschaft und keine Studentenverbindung



Wer war Emanuel von Ketteler?

Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler (* 25. Dezember 1811 in Münster (Westfalen); † 13. Juli 1877 in Burghausen, Landkreis Altötting) katholischer Bischof von Mainz und deutscher Politiker (Zentrumspartei). Er entstammte einem westfälischen Uradelsgeschlecht des Stammes von Hüsten.

Von Ketteler studierte in Göttingen Rechtswissenschaften und schlug zunächst eine juristische Laufbahn ein. Im Jahre 1844 wurde er katholischer Priester und im Jahre 1850 Bischof von Mainz.

In den Jahren 1848/1849 war er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung ("Paulskirche") und 1871/1872 Mitglied des deutschen Reichstags. Gemeinsam mit Ludwig Windthorst gründete er die Zentrums-partei als Gegengewicht zu den protestantischen Parteien und insbesondere Otto von Bismarck.

Kirchenpolitisch setzte er sich für die Autonomie der Kirche ein und war erklärter Gegner einer Staatskirche, was ihn zum Widersacher Bismarcks im Kulturkampf machte.

Unter dem Einfluss von Adolf Kolping erkannte er die Bedeutung der sozialen Frage in der neu entstehenden Industriegesellschaft und bereitete die Hinwendung der katholischen Kirche zur Sozialtätigkeit zum Wohle der Arbeiterschaft vor, die schließlich von Papst Leo XIII. vollzogen wurde. Er gilt damit als Mitbegründer der Katholischen Soziallehre und handelte sich so den Beinamen "Arbeiterbischof" ein.

Obwohl er ein Gegner der auf dem 1. Vatikanischen Konzil beschlossenen Unfehlbarkeitserklärung des Papstes war, unterwarf er sich dem Konzilsbeschluss.